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Weltgrößte Christusstatue in Polen geweiht

Im westpolnischen Swiebodzin (Schwiebus) wurde am Sonntag die weltgrößte Christusstatue geweiht. An der Weihefeier haben mehr als 10.000 Menschen teilgenommen. Die 36 Meter hohe Jesusfigur wurde von Ortsbischof Stefan Regmunt als „sichtbares Zeichen des Glaubens an Christus“ gewürdigt.

Das bis auf die goldene Krone weiße Denkmal überragt die 1931 errichtete Christusstatue im brasilianischen Rio de Janeiro um sechs Meter. Selbst der bisherige Rekordhalter im bolivianischen Cochabamba, dass im Jahr 1994 fertig gestellt wurde, wurde von der polnischen um zwei Meter überragt.

 

Polen hat den Größten… Jesus

Seit Sonntag steht sie – die neue weltgrößte Jesusstatue. 36 Meter ohne, 58 Meter mit Sockel, überragt sie die bisher höchste und bekannteste Jesusstatue in Rio de Janeiro um 6 Meter. Die Einwohner der kleinen polnischen Stadt Swiebodzin erhoffen sich jetzt, einen Boom der Tourismusbranche, der für einen wirtschaftlichen Aufschwung der Kleinstadt sorgen soll. Eugeniusz Hordziej, der zuständige Bauleiter rechnet fest damit: „Die Statue wird eine große Attraktion werden, Menschen aus aller Welt werden hierher kommen“. Um den Pilgern den Weg zu erleichtern, wurde die Statue direkt an die Europastraße 30, die zwischen Warschau und Berlin verläuft, errichtet. Ob sie jedoch mit der berühmten, wenn auch momentan nur zweithöchsten Statue auf dem Berg Corcovado in Brasilien mithalten kann, ist fraglich. Seit achtzig Jahren pilgern Menschen auf diesen höchsten Berg im Tijuca-Nationalpark zu der berühmten Statue Christus‘. Auch die Größe kann nichts daran ändern, dass der polnische „Lattengustl“ mit seiner drei Meter hohen goldenen Krone an der Autobahn, das Flair eines religiösen Schnellimbiss hat.

 

Riesige Jesus-Statue in Polen geplant

Schon in der dritten Novemberwoche soll in Polen, nur 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, die welthöchste Christusstatue aufgestellt werden. 58 Meter hoch ist das Standbild, dass der kleinen polnischen Stadt Swiebodzin zu Weltruhm verhelfen soll. Die Idee dafür stammt von Sylwester Zawadzki, einem katholischen Priester, der sich damit, nach eigener Aussage, einen Lebenstraum erfüllt. Vorbild ist die berühmte Jesus-Figur in Concordia (Bolivien) und wie dort soll auch die polnische Statue vollkommen weiß sein – einziger Unterschied; der polnische Jesus bekommt eine goldene Krone. Letzteres findet vor allem die Zustimmung einer kleinen Gruppe fundamentalistischer Christen, die sich schon vor Monaten dafür eingesetzt hat, dass Jesus symbolisch zum König Polens gekrönt werden sollte. Viel Gegenliebe erntete ihre Forderung allerdings nicht. Das Parlamentspräsidium lehnte es rundweg ab, dieses Ansinnen überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Auch der Bau der riesigen Christusstatue findet mehr Spötter und Kritiker als Zustimmung, nicht nur unter Konfessionslosen. Christen stören sich an der Arroganz, die diesem Bau zugrunde liegt und befürchten, damit lächerlich gemacht zu werden. Zumal die römische Kongregation für Sakramentsordnung den Bau nicht unterstützt sondern im Gegenteil darauf hinwies, dass es Zawadzkis Aufgabe sei, Priester zu sein und nicht Bauherr. Außerdem gibt es erste Sicherheitsbedenken. Denn die Statue ist hohl. „Höchstens 20 Jahren geben wir ihm, dann bricht er auseinander“, meldet sich amüsiert ein Experte für Baustoffe. In vielen Bauabschnitten wird zudem eher schlampig gearbeitet, da Zawadzki davon ausgeht, dass Zulieferer und Baufirmen zum Selbstkostenpreis arbeiten. Für die erhofften Pilger zum neuen ‚König Polens‘ wird es wohl nicht so billig werden, rechnen doch die Befürworter dieses Projekts mit einem kleinen Wirtschaftsaufschwung für Swiebodzin.

 

Erste Schule entfernt alle Kreuze

Wegen: „Mangelnde Toleranz gegenüber Katholiken“, protestiert die katholische Kirche gegen eine Krakauer Privatschule. Diese versteht sich als Bildungseinrichtung für Kinder aller möglichen Glaubensrichtungen und legt aus diesem Grund Wert auf eine neutrale Umgebung. Deshalb hat sich die Leitung der Schule dazu entschieden, alle Kreuze aus den Klassenzimmiern zu entfernen. Magdalena Siekanska, die Direktorin der Schule erklärt: „Wir sind tolerant und offen gegenüber Kindern anderer Nationalitäten und anderer Glaubensrichtungen“. Eine Bildungseinrichtung muss sich gleichermaßen um alle Kinder bemühen, unabhängig von der Religion ihrer Eltern. Die Kirche jedoch akzeptiert die Begründung nicht. „So etwas ist noch nie passiert, wir haben es hier mit einem Mangel an Toleranz gegenüber Katholiken zu tun“, beschwert sich der Beauftragte der Erzdiözese für Kinder und Jugendliche, Pfarrer Tadeusz Panus und: „Es gibt so etwas wie die berechtigte Verteidigung der Rechte der Mehrheit vor den Forderungen einer Minderheit“. Die katholische Kirche drohte außerdem damit, keine Katecheten mehr in diese Schule zu schicken, wodurch sie auch den Religionsunterricht einstellen könnten. Pfarrer Panus: „Das ist keine Erpressung, aber die Schule muss unsere Anforderungen für die Abhaltung des Religionsunterrichts erfüllen“. Er scheint dabei zu vergessen, dass damit auch ein Präzedenzfall für eine Schule ohne Religionsunterricht geschaffen würde. Die Schule wird dadurch keinen Mangel an Schülern erleiden, die Kirche in Polen jedoch sägt sich damit den Ast ab, auf dem sie sitzt. Denn ohne früh erzogenen Nachwuchs, gibt es bald auch keine zahlenden Katholiken mehr.

 

Abfuhr für Polens Bischöfe

Die Kirchen haben noch in vielen europäischen Ländern einen Sonderstatus, der nicht mehr mit den Grundsätzen der jeweiligen Verfassung vereinbar ist. Besonders in Polen wird der Sonderstatus der dort hauptsächlich vertretenen katholischen Kirche gewahrt und durch alle bisherigen Regierungen unterstützt. Das verführt die Kirchenvertreter jedoch immer wieder, die Grenzen ihrer Macht auszuloten und möglichst zu erweitern. So hatten am Montag polnische Bischöfe einen Brief an den amtierenden Präsidenten geschrieben, indem sie gegen die zur Debatte im Parlament vorliegenden Gesetzesvorlagen protestierten. Dabei bezeichneten sie die In-vitro-Fertilisation, bei der entnommene Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und anschließend wieder implementiert werden, als „die kleine Schwester der Eugenik“. Damit vergleichen sie die Hilfe für Paare, die ohne medizische Unterstützung keine Kinder bekommen können, mit der von den Nazis durch Ermordung „lebensunwerter Menschen“ vorgenommenen Auslese. Auch verunglimpften die Bischöfe medizinische Wissenschaftler, deren Arbeit nach Meinung der Kirche „objektiv wissenschaftliche Tatsachen“ ignorieren würde. Regierungssprecher Pawel Gras, wies das Statement am Dienstag gegenüber der Presse scharf zurück. Zwar dürfe die Kirche gern ihre Meinung äußern, jedoch nicht in der vorliegenden Form. Er machte klar, dass sich die Regierung keiner „Erpressung und keiner Drohung“ durch die katholische Kirche beugen werde. Religion ist Privatsache – ein Fakt, den immer häufiger auch die Kirchenvertreter in Polen zu spüren bekommen.