Präsidententreffen in Warschau

Der Besuch des russischen Präsidenten Dimitrie Medwedew in Warschau hat vor allem zum Ziel, Jahrzehnte alte Streitfragen zwischen Polen und Russland zu klären und dadurch bessere Beziehungen zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. Und Probleme zwischen beiden Ländern gibt es viele. In der Öffentlichkeit ist aber hauptsächlich der Flugzeugabsturz der polnischen Regierungsmaschine, mit dem damaligen polnischen Präsidenten das Hauptthema. Mit Transparenten „Smolensk, wir wollen die Wahrheit!“, demonstrierten allerdings nur 40 Menschen vor dem Präsidentenpalast. Angeheizt durch den Bruder des verstorbenen Präsidenten und Führer der Oppositionspartei Jaroslaw Kaczynski, werden immer wieder neue Verschwörungstheorien erörtert, darunter auch die, dass der Kreml für den Absturz des Flugzeugs verantwortlich wäre. Dimitrie Medwedew reagierte sachlich auf die implizierten Vorwürfe: „Das ist ein tragisches Kapitel in der polnischen Geschichte. Smolensk ist aber auch ein tragisches Kapitel in der Geschichte Russlands. Deshalb werden wir alles tun, um objektiv zu ermitteln und die Ergebnisse allen zugänglich zu machen. Ich bin der Meinung, dass die Zusammenarbeit zwischen unseren Staaten gut funktioniert.“ Medwedew ist seit acht Jahren der erste Präsident Russlands, der Polen besucht. Der Wille nach verbesserten Beziehungen scheint auf beiden Seiten gleichsam zu bestehen. Sein Amtskollege Bronislaw Komorowski hofft ebenfalls auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit: Komorowski: „Die Dürrezeit im polnisch-russischen Verhältnis geht zu Ende. Nach einer langen Funkstille in den Beziehungen auf höchster Ebene möchte ich den Herrn Präsidenten noch einmal herzlich willkommen heißen.“

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