Ich werde oft gefragt, warum ich „schon wieder“ nach Polen fahre.
Nicht ob es mir dort gefällt – sondern warum ich nicht mal woanders hinwill.
Die ehrliche Antwort: Ich denke dort weniger nach.
In Polen muss ich meinen Urlaub nicht erklären. Nicht rechtfertigen, warum ich langsamer bin, warum ich sitzen bleibe, warum ich nichts „unternehme“. Niemand fragt, ob das effizient ist oder gut genutzt. Es ist einfach da. Und das reicht.
Ich mag, dass Dinge nicht perfekt sind.
Dass ein Café fünf Minuten später öffnet, aber der Kaffee besser schmeckt.
Dass jemand sagt: „Moment“, und es wirklich ein Moment ist – kein Systemfehler.
Ich mag, dass Gespräche schneller persönlich werden.
Nicht oberflächlich nett, sondern direkt menschlich.
Man redet nicht über alles, aber über das, was zählt.
Polen fühlt sich für mich nicht an wie ein Produkt.
Nicht wie ein Urlaub, der verkauft werden will.
Eher wie ein Ort, der sagt: „Wenn du da bist, bist du halt da.“
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich immer wieder hinfahre.
Nicht wegen Sehenswürdigkeiten.
Nicht wegen Preisen.
Nicht wegen Vergleichen.
Sondern weil ich dort für ein paar Tage weniger Rolle spiele –
und ein bisschen mehr ich selbst bin.