Die letzten Zahlen haben mich ehrlich gesagt überrascht. Polen hat 2025 seine Übernachtungen um satte sieben Prozent gesteigert und liegt damit EU‑weit hinter Malta auf Platz zwei. Über 22 Millionen ausländische Gäste kamen ins Land, ein Zuwachs von zehn Prozent. Besonders wir Deutsche scheinen wieder gerne rüberzufahren: von den gut 15 Millionen ausländischen Gästen kamen die meisten aus der Bundesrepublik. Diese Entwicklung macht Lust, die eigenen Koffer zu packen – und sie zeigt, wie stark sich unser Nachbarland als Reiseziel entwickelt.
Warum Polen boomt
Polen wurde oft als preiswertes Ferienziel belächelt. Doch das ist lange her. Die Kombination aus reichhaltigem Kulturerbe, modernen Städten und einer Gastronomie‑Szene auf Spitzenniveau zieht immer mehr Gäste an. Inzwischen trägt der Tourismussektor rund fünf Prozent zum polnischen Bruttoinlandsprodukt bei und wächst schneller als die Gesamtwirtschaft. Die Einnahmen aus Touristen beliefen sich 2025 auf rund 22 Milliarden Euro.
Als Freizeit‑Reisender fällt mir vor allem auf:
- Top‑Destinationen: Warschau liegt weiterhin mit 8,7 Millionen Besuchern an der Spitze, gefolgt von Krakau (5,2 Mio.) und Danzig (2,9 Mio.). Doch auch Łódź (+16,3 %) sowie die Gebirgsregionen Tatra und Riesengebirge wachsen zweistellig.
- Bessere Infrastruktur: Alle großen Flughäfen melden Rekordpassagiere und Hotels steigern ihre Auslastung, obwohl zwei Drittel ihre Preise erhöht haben.
- Hochwertige Angebote: Immer mehr Restaurants erhalten Michelin‑Sterne und Auszeichnungen. Ein neuer Gault‑Millau‑Guide ist in Vorbereitung.
Neue Bahnverbindungen – mit dem Zug direkt ins Abenteuer
Was mich besonders freut: es wird immer einfacher, ohne Auto nach Polen zu reisen. PKP Intercity transportierte 2025 fast 90 Millionen Fahrgäste – 13 % mehr als im Vorjahr. Im Dezember 2025 kamen mehrere neue Linien dazu:
- Direkter Eurocity Leipzig–Wrocław–Kraków. Erstmals fährt ein Zug ohne Umweg über Berlin direkt von Leipzig nach Breslau (Wrocław) und Krakau. Gerade aus Sachsen ist man so in wenigen Stunden im Herzen Polens.
- Nachtzug Berlin–Poznań–Łódź–Warszawa–Lublin–Chełm. Diese Verbindung reicht bis kurz vor die ukrainische Grenze und spart das Hotel.
- Verlängerte Berlin–Kraków‑Linie. Der Eurocity aus Berlin fährt jetzt zweimal täglich durchgehend bis Przemyśl an der polnisch‑ukrainischen Grenze und bietet zusätzlich eine Nachtverbindung.
Mit diesen neuen Zügen wird das Entdecken Polens zum Kinderspiel. Ich plane beispielsweise, im Frühling von Leipzig nach Krakau zu fahren, ein paar Tage die Altstadt zu genießen und dann per Zug weiter in die Tatra zum Wandern zu reisen.
Slow Tourismus und Sterneküche – ITB 2026 zeigt den Trend
Auf der ITB 2026 in Berlin steht Polen ganz im Zeichen von Slow Tourismus. Auf einem Gemeinschaftsstand von 500 Quadratmetern präsentieren sich elf regionale und sechs lokale Tourismusorganisationen. Hier geht es um nachhaltiges Reisen, authentische Erlebnisse und Nähe zur lokalen Kultur. Das Thema passt perfekt zu meinem eigenen Wunsch, beim Reisen zu entschleunigen.
Besonders lecker: Vierzehn Restaurants aus dem Michelin‑Guide Polska laden täglich zu Kostproben ein. Darunter sind Sternerestaurants wie Rozbrat 20 in Warschau oder Giewont in Kościelisko sowie Bib‑Gourmand‑Lokal Ida in Wrocław. Auch das Restaurant Eliksir aus Danzig, das mit einem grünen Michelin‑Stern ausgezeichnet ist, ist vertreten. Als Bierliebhaber freue ich mich, dass während der Messe täglich zwischen 16 und 17 Uhr das 100‑Mostów‑Bier aus Breslau verkostet werden kann.
Wrocław: Venedig des Ostens und Wasserabenteuer 2026
Mein persönliches Highlight für 2026 ist die Oder‑Metropole Wrocław. Die Stadt liegt auf zwölf Inseln und wird von mehr als 100 Brücken verbunden – kein Wunder, dass sie gerne als „Venedig Polens“ beschrieben wird.
2026 rückt hier das Thema Wassertourismus in den Mittelpunkt:
- Bootstouren und Kajakverleih auf der Oder.
- Das interaktive Hydropolis Museum, das Wasser und seine Bedeutung spielerisch erklärt.
- Kulinarische Events wie die Wrocław Evening mit Sterneköchen und Bieren aus der 100‑Mostów‑Brauerei.
Auch die Gourmet‑Szene glänzt: 2025 wurde Wrocław erstmals im Michelin‑Guide gelistet und landesweit gibt es sieben Sterne-Restaurants, darunter Bottiglieria 1881 in Kraków mit zwei Sternen.
So plane ich meine Polenreise 2026
Im Vergleich zu früher wird Reisen nach Polen nicht nur einfacher, sondern auch abwechslungsreicher. Hier meine persönlichen Tipps:
- Früh buchen: Die steigenden Gästezahlen und beliebten Events könnten Unterkünfte schnell auslasten. Frühzeitig reservieren spart Geld und Nerven.
- Mit dem Zug starten: Die neuen Bahnverbindungen machen An- und Weiterreise entspannt. Ich kombiniere Städtereise und Wandern problemlos.
- Slow Tourismus leben: Statt in einer Woche durch drei Städte zu hetzen, bleibe ich länger an einem Ort, genieße regionale Küche und unterstütze lokale Anbieter.
- Neue Regionen entdecken: Neben den Klassikern Warschau und Krakau reizt mich Łódź mit seiner kreativen Szene und die Tatra‑Region zum Wandern.
- Gutes Essen einplanen: Michelin‑Lokale wie Rozbrat 20 oder Bottiglieria 1881 bieten kulinarische Highlights. Auch kleinere Brauereien sorgen für authentische Erlebnisse.
Polen ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern eines der dynamischsten Reiseziele Europas. Die Mischung aus kulturellem Erbe, moderner Infrastruktur, neuer Zugverbindungen und erlesener Küche begeistert mich. 2026 setze ich mir zum Ziel, die neuen Bahnstrecken auszuprobieren, auf der Oder zu paddeln und mich von der slowen Tourismus‑Philosophie inspirieren zu lassen.
Wenn auch du Lust auf einen abwechslungsreichen Polenurlaub hast, dann schau dir unseren Vergleichs-Service auf dieser Seite an – so findest du die besten Angebote für Hotels, Bahntickets und Touren. Vielleicht treffen wir uns ja auf dem Kajak in Wroclaw!