Zlombol – Schrottrallye in Polen

Von Autor, 7. September 2010 17:09

Zlombol” heißt die Schrottrallye die in Polen jährlich stattfindet. Aus der polnischen Stadt Kattowitz nach Istanbul soll es diesmal gehen. Vier Tage haben alle Teilnehmer Zeit, um durch die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien das Ziel Istanbul zu erreichen. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Geschwindigkeit an als darauf, das Ziel überhaupt zu erreichen. Denn als “Schrottrellye” wird das Rennen deshalb bezeichnet, weil ausschließlich Oldtimer die noch zu sozialistischen Zeiten gebaut wurden daran teilnehmen dürfen. Trabis, Ladas und Moskwitsch haben allerdings nicht nur Nachteile. Gerade durch ihre einfache Bauweise lassen sich bei Problemen viele Bauteile leichter ersetzen. Da wird aus einem Amateur schnell ein Hobby-Mechaniker, etwas das bei den heute genutzten und mit Elektronik voll gepackten PKW kaum noch möglich ist. Die Einnahmen der Rallye gehen komplett an ein polnisches Waisenhaus – ein zusätzlicher Ansporn, dessen die Teilnehmer kaum bedürfen. Denn gerade die Unwägbarkeiten, die Tücken der Technik die immer wieder überwunden werden müssen und die Hilfe der Teilnehmer untereinander sind es, die den Spaß an dieser Rallye ausmachen.

Polnische Armee als Arbeitgeber begehrt

Von Autor, 6. September 2010 16:54

Das in Deutschland über eine erzwungene Wehrpflicht für Frauen diskutiert wird, ist für Menschen in Polen nicht ganz nach zu vollziehen. Die polnische Armee ist als Arbeitsplatz wesentlich beliebter, als die Bundeswehr. Hier gibt es zehn mal mehr Bewerber als tatsächlich Stellen frei sind. Das liegt einerseits an der Reduzierung der Armeestärke, seit der Abschaffung der Wehrpflicht im vergangenen Jahr. Nur noch 100.000 Mann stark ist die Armee Polens. Dazu kommen circa 20.000 Reservisten. Im Jahr 2000 waren es noch 178.000 Soldaten, von denen die Hälft Wehrpflichtige waren. Ein weiterer Grund ist die Reform, die von der neuen polnischen Regierung durchgeführt wird. Sie setzt auf eine Professionalisierung der Armee. Das bedeutet; weniger Soldaten, die aber besser ausgebildet werden und besseres Equipment erhalten. So hofft die Regierung die Landesverteidigung durch eine höhere Effizienz trotz geringerer Größe erhalten zu können. Für die Rekruten bedeutet dies vor allem, eine gute umfassende Ausbildung zu bekommen.

Weimarer Dreieck soll reaktiviert werden

Von Autor, 3. September 2010 17:11

Der neue polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski, besuchte diese Woche Kanzlerin Merkel in Berlin. Zum Abschluss der Gespräche verkündeten die beiden Staatsoberhäupter, dass sie zukünftig eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen anstreben. Auch die Verstärkung des so genannten “Weimarer Dreiecks“, das auch Frankreich einschließt, wünschen sich die Regierungen beider Länder. Von einer guten Chance, die schon jetzt “erfreulichen Beziehungen” zwischen unseren Ländern zu vertiefen, sprach der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert. Auch bessere Beziehungen der Europäischen Union zur Ukraine und zu Russland, waren Teil der in Berlin statt gefundenen Gespräche. Jetzt stehen für Präsident Komorowski, der seit seinem Amtsantritt vor zwei Monaten erstmals als offizielles Staatsoberhaupt Polens Deutschland besucht, weitere Gespräche mit deutschen Politikern auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit Norbert Lammert (CDU) verlieh er im Rahmen eines Festaktes im Europäischen Zentrum für Solidarität Dankbarkeitsmedaillen für besondere Verdienste um die Freiheit Polens. Für den heutigen Nachmittag steht ein Treffen mit Bundespräsident Christian Wulff auf dem Programm.

Die Solidarnosc feiert ihren 30. Geburtstag

Von Autor, 31. August 2010 15:57

Der Gründung der Solidarnosc gedenkt Polen mit einem Festakt. Die Solidarnosc war die erste freie Gewerkschaft in Polen, die noch in der Zeit des real existierenden Sozialismus entstand und erstmals gegen die Interessen der damals sozialistischen Regierung einzelne Forderungen ihrer Mitglieder durchsetzen konnte. Nach einem zweiwöchigen Streik der Arbeiter der Lenin-Werft, musste die damalige Staatsführung der Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft am 31. August 1980 zustimmen. Ihre erfolgreiche Gründung vor 30 Jahren war einer der wichtigsten Impulse für die folgende politische Umwälzung des gesamten Ostblocks. Cornelia Pieper (FDP), Staatsministerin im Auswärtigen Amt glaubt; “Ohne die Solidarnosc in Polen hätte es den Fall der Berliner Mauer nicht gegeben.” Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, doch der Wert der polnischen Gewerkschaft für die Entwicklung Europas ist sicher unbestritten. Einer der Gründer und früherer Solidarnosc-Chef Lech Walesa, der für seine Bemühungen um mehr Gerechtigkeit den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hatte, blieb den Feierlichkeiten allerdings fern. Er war enttäuscht darüber, dass die Solidarnosc immer mehr politisch agiere, statt sich mit Gewerkschaftsthemen zu befassen.

Offshore-Windparks in Polen

Von Autor, 28. August 2010 20:38

Bisher entwickelt sich der Ausbau von Offshore-Windparks in Polen nur zögerlich. Im Juni dieses Jahres wurde hier eine Gesamtkapazität von 1005 MW durch Windenergie erzeugt, obwohl Polen bisher ausschließlich Binnenwindenergieanlagen nutzt. Dabei zeigen polnische Anlagenentwickler wie die PGE Gruppe großes Interesse, an einer Weiterentwicklung im Offshore-Bereich. Gebremst wird die Entwicklung hier durch eine unzureichende Infrastruktur und fehlende Gesetze, die Investoren in diesem Bereich absichern würden. Auch staatliche Unterstützung bei der Finanzierung ist bisher nicht in Aussicht gestellt worden. Das könnte sich jedoch bald ändern. Um die von Der EU geforderten Zielvorgaben erfüllen zu können, muss Polen in den nächsten zehn Jahren seine Produktivität bei der Erzeugung von Windenergie verdoppeln. Das wird ohne Offshore-Anlagen schwierig. Jetzt wurde das Polish Marine Network Consortium gegründet, das sich speziell um die weitere Entwicklung und den Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen kümmern wird. Magdalena Dziegielewska, Analystin bei Frost & Sullivan, ist sicher das Polen die vorhandenen Möglichkeiten nutzen wird: “Eine Möglichkeit, liegt in der Entwicklung der Polnisch-Baltischen-Trasse, um so ein Hochspannungs-Übertragungsnetz unter Wasser zu schaffen, dass die Offshore-Windpark-Transformatoren an ein Hauptstromnetz anbindet. Dies ermöglicht dann auch eine zukünftige Anbindung weiterer Windparks.” Ohne eine Anpassung der Gesetzgebung wird aber keine der Gelegenheiten genutzt werden können. Problematisch ist dabei, dass die polnische Regierung noch immer mehr auf Atomenergie setzt und sich zu wenig Gedanken um den Aufbau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien macht.