Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Die „Tour Salon“ in Posen

Die „Tour Salon“ in Posen ist die wichtigste Reisemesse in Polen. Auch deutsche Anbieter sind hier immer häufiger vertreten. Da Polen zu den wenigen europäischen Ländern gehört, die fast unbeschadet aus der Finanzkrise der vergangenen Jahre hervorgegangen sind, ist auch die Reiselust der Menschen in Polen ungebrochen. Dabei ist Deutschland als direkter Nachbar ein sehr beliebtes Reiseziel, besonders für Kurzausflüge. Auch die Rüdesheim Tourist AG, hat schon zum zweiten Mal hier ihren Stand aufgebaut. Gemeinsam mit dem Kooperationszentrum Hessen-Polen trafen die deutschen Anbieter mit dem Vorstand der Wielkopolska Tourismus Organisation zusammen. Zusammen wollen die Vertreter der deutschen und polnischen Reiseanbieter jetzt eine Strategie entwickeln, die eine bessere Werbung in beiden Ländern möglich macht. Davon profitieren Alle – nicht zuletzt die deutschen und polnischen Touristen. Denn gerade als Kurzurlaubsziel ist das jeweilige Nachbarland reizvoll und aufgrund der guten und regelmäßigen Flugverbindungen auch perfekt geeignet.

Neuer Vertrag über Gaslieferung mit Russland

Laut dem russischen Energie-Vieze-Minister Anatoli Janowski, wird Polen zukünftig mehr Gas aus Russland importieren. Schon in dieser Woche wird ein neuer Vertrag über russische Gaslieferungen unterschriftsreif sein. Bis 2037 sollen die neuen Verträge die Gaslieferungen von Russland an Polen absichern. Dafür wird der Lieferumfang jedes Jahr um weitere zwei Milliarden Kubikmeter Gas erhöht. Auch die über polnisches Territorium erfolgenden Lieferungen nach Deutschland und Westeuropa sind Teil des Vertrages und werden für die nächsten neun Jahre garantiert. Vertragspartner für Polen sind die russischen Zulieferer Gazprom und BGNiG, die auch den Transittarif festlegen. Mit der Unterzeichnung der Verträge sichert sich Polen einen wichtigen Anteil der in den nächsten Jahrzehnten benötigten Energie.

Warschauer Börse steht zum Verkauf

Die polnische Regierung hat entschieden, insgesamt 63,8 Prozent der Warschauer Börse zu privatisieren. Da nach Angaben des Schatzministeriums die Börse einen Wert von 380 bis 507 (2 Mrd. Zloty) Millionen Euro hat, hoffen sie dadurch mindestens 1 Milliarde Zloty einnehmen zu können. An der Stimmmehrheit des Staates soll allerdings nicht gerüttelt werden. Dafür wird die Satzung der Börse verändert. Alle staatlichen Aktien erhalten demnach ein doppeltes Stimmrecht, während alle anderen Anleger, unabhängig von der Größe ihres Aktienanteils nie mehr als 10 Prozent der Stimmen halten können. Geplant ist der Börsengang für den neunten November. Allerdings hat Warschau bereits im vergangenen Jahr erfolglos versucht, die Börse zu verkaufen. Einziger Interessent war die Wiener Börse, die jedoch von der polnischen Regierung abgelehnt wurde. Der Verkauf der polnischen Börse ist Teil der größten Privatisierung von Staatseigentum, die es in Polen jemals gegeben hat. Dadurch hofft die amtierende Regierung, genügend Geld für eine Sanierung des Staatshaushaltes zu erzielen.

Pleitewelle bei polnischen Reiseveranstaltern

Eine wahre Pleitewelle hat in den vergangenen 2 Jahren etliche polnische Reiseveranstalter und damit auch ihre Kunden getroffen. Am gestrigen Mittwoch musste auch eines der ersten und bekanntesten Reiseunternehmen Polens, Orbis Travel, Konkurs anmelden. Schon seit Beginn dieses Jahres hatte die Firma viele Reisen zum Selbstkostenpreis verramscht, da sie mit ihrer, aus einem ehemals sozialistisch geführten Unternehmen hervorgegangener Firma und deren Management, nicht gegen die großen Konkurrenten wie TUI und Neckermann-Reisen bestehen konnten. Orbis SA, die Muttergesellschaft von Orbis Travel, hat kurzfristig entschieden, keine Zahlungen zur Rettung der Tochterfirma zu leisten. Laut Aussage der Geschäftsleitung hoffen sie; „dass das Vermögen der Gesellschaft, hauptsächlich Grundbesitz, ausreicht alle Gläubiger zu befriedigen“. Den Aktionären von Orbis Travel machen sie allerdings keine Hoffnung auf eine Zahlung. Ãœber Tausend Kunden des Unternehmens sitzen derzeit im Ausland fest und wissen nicht, wie sie wieder nach Hause kommen sollen. Wie ihnen geholfen werden kann, ist noch nicht klar.

China geht immer offensiver nach Polen

Langsam aber stetig erobert China auch Europa. Vor allem in die ehemaligen Ostblockländer investiert das Land der Mitte vorzugsweise. Aktuell sind besonders die Ukraine und Polen beliebt, da hier für die Fußball-EU 2012 viele Aufträge zum Ausbau der Infrastruktur vom Staat vergeben werden. Polnische Firmen sind über die Konkurrenz aus Asien natürlich nicht begeistert. So gelang es einem chinesischen Konsortium in Polen, den Auftrag für einen beträchtlichen Teil der Autobahn zwischen Warschau und Lodz zu bekommen. Es war das erste mal, das ein Auftrag dieser Größenordnung an ein nicht europäisches Land vergeben wurde. Polen ist längst kein Billiglohnland mehr und polnische Unternehmen müssen gerade lernen, wie schwer es ist gegen eine Firma zu bestehen, die ihren Mitarbeitern nur ein Bruchteil der Löhne zahlen muss, die in Europa üblich sind. Und nicht nur im Baugewerbe sind chinesische Firmen in Polen aktiv. Neben Textilien werden hier Elektronikgeräte oder Produkte der Chemiebranche kostengünstiger angeboten, als das vielen einheimischen Firmen möglich ist.